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20 km Trail Vallée de Joux (22. Mai 11) PDF Drucken E-Mail

 Vallée du Joux

Nach einer fünfwöchigen Phase, die nicht ganz einfach zu meistern war, beginnend mit gesundheitlichen Problemen am Zürich Marathon, die mich zur Aufgabe zwangen, einem MTB-Sturz vor zehn Tagen mit Prellungen an der Schulter, den Rippen und am Daumensattel (Schwimmen ist bis jetzt nicht möglich) sowie zwei Blasen und einem Mega-Muskelkater an den Oberschenkeln, die ich mir am Mitttwoch beim Erkunden der Wettkampfstrecke geholt habe, ging ich mit ziemlich geringen Erwartungen im Vallée de Joux zu meinen ersten Trail-Wettkampf an den Start. Die Beine taten immer noch weh von der Runter-Rennerei am Mittwoch und die Blasen waren nur halb verheilt. Entweder die Taperei hilft oder es wird noch schlimmer. Was das wohl werden würde? 10 km und 800 Höhenmeter zum Mont Tendre (1679 m.ü.M.), dem höchsten Berg des Schweizer Jura, lagen vor mir und danach 10 km hinunter nach Le Sentier. Wenn ich 5 Min. schneller als beim Testlauf sein würde, wäre ich schon zufrieden.

Strecke

Immerhin hatte das Wetter Mitleid. Es klarte immer mehr auf und schliesslich setzte sich die Sonne resolut durch. Ich war gespannt, wie die Trail-Freaks den ersten, knapp 15 minütigen Anstieg nehmen würden. Nun, ich stellte fest, dass meine Marathonform immern noch ganz passabel war. Praktisch keinen Kilometer seit fünf Wochen gelaufen und trotzdem kam ich ganz gut voran. Die Jungs haben hier auch nur mit Wasser gekocht. Langsam habe ich mich Person um Person nach vorne gearbeitet. Auf der ersten Ebene habe ich das Tempo weiter hoch gehalten. Ich habe mich nicht lange hinter Gegnern aufgehalten, sondern bin voll auf Angriff gelaufen. Vorbei und Schritt um Schritt den Abstand ausgebaut. Nur nicht ausruhen, wie letzte Woche am MTB-Wettkampf, wenn es mal eben daher ging. Auch beim finalen Aufstieg zum Mont Tendre lief die Sache flott ... bis 300 Meter vor dem Gipfel. Plötzlich hatte ich ein Unwohlsein im Magen. Ich war wohl ziemlich am Limit und der Magen rebellierte. Meine beiden direkten Gegner der letzten 20 Min. musste ich ziehen lassen. Irgendwie über den Mont Tendre hinweg und dann ging es zum Glück nur noch runter oder ebenen Wegs. Damit hatte ich die Magensache im Griff, obwohl ich bis zum Ziel diese Unwohlsein verspürte.

Ich war erstaunt, dass ich bei den technischen Stellen mit vielen grossen Steinen sicher durchgekommen bin. Meine Oberschenkel, die bergauf keine Probleme machten, hielten auch beim Downhill gut und ich hatte immer sicheren Tritt. Ein Missgeschick ist mir dann doch noch passiert. Ich hatte die Kursführung auf der publizierten Karte im Kopf, die ich am Mitttwoch noch abgelaufen war, und habe so eine nicht aufgeführte Direttissima verpasst, auch weil kein Gegner um mich herum war, dem ich hätte folgen können. Und schon waren gegen 25 Sekunden weg. Grrr, hat mich das genervt, aber zum Glück keinen Platz gekostet. Nach hinten hatte ich ziemlich viel Luftt und so bin ich weiter dem Ziel entgegen gerannt über Stock und Stein und Wiesen, vorbei an verdutzten Kühen, durch steile Waldpassagen, und neben Kuhfladen vorbei, die schwarz vor Fliegen waren und wie ein Moskitoschwarm aufgestiegen, als ich vorbei lief.

Grafik

Auf der Ebene hin zum Ziel habe ich nochmals eine tolle Pulsleistung gezeigt (siehe Grafik). Im Vergleich zum MTB-Wettkampf von letzter Woche über die gleiche Zeitdauer war die Pulsleistung insgesamt mit 150 Schlägen sogar um drei Schläge höher. Schon auf dem Mont Tendre hatte ich so sieben Minuten auf meinen Testlauf herausgelaufen. Am Ziel war es schliesslich über eine Viertelstunde. Mann hat ganz schön gestaunt, als er als Zweiter der Veteranen 2 (habe ich diese Bezeichnung verdient?) eingelaufen bin. Cool, meiner erster Podestplatz bei meinem ersten Trail-Lauf. Tja, und meine Oberschenkel waren in bester Verfassung. Da habe ich wohl den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Meinen Teller Spaghetti hatte ich mir redlich verdient und die Cola hat dann auch meinen Magen wieder versöhnt.