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Sempachersee Triathlon (28. Juni 09) PDF Drucken E-Mail

Was für ein Tag! Nach 125 km Rad am Montag, 35 km Laufen am Mittwoch und 30 km Laufen am Freitag, dazu noch 2500 m Dauerschwimmen am Donnerstag fast im Wettkampftempo habe ich diesen Sprinttriathlon (500m/20km/5km) nur als Temporeiz geplant. Chancen für einen vorderen Platz waren kaum gegeben. Neue, jüngere Konkurrenten und das auf die Langdistanz ausgerichtete volle Trainingsprogramm schienen es angebracht, keine zu grossen Erwartungen zu hegen. Soviel zur Vorgeschichte.

Podium
 Fotografin: Niki Bürgi

Nun zum Geschehen des Tages. Schwimmen: eine untragbare Streckenführung. Schon letztes Jahr hat die Boje kurz nach dem Start, wo um 90° nach links abgebogen werden muss, dazu geführt, dass das ganze Feld auf diese Boje zuschossen und es zu massiven Schlägereien kam. Dieses Jahr war es jenseits von Gut und Böse. Ich bin wirklich hart im Nehmen beim Schwimmen, aber das war zuviel. Ich war an der Grenze der Panik zu ertrinken. Schläge noch und noch, x-mal überschwommen. Sorry an jene, die bei meinem Überlebenskampf etwas abgekommen haben. So macht es definitiv keinen Spass. Trotzdem bin ich als Dritter meiner Altersklasse aus dem Wasser gekommen. Als ich gesehen habe, dass ich direkt vor Georges war, habe ich, ich gestehe es, den Wechsel schleifen lassen und locker genommen. War schon zufrieden mit meiner Leistung bis dahin. Ich wusste, dass Georges wohl gerade noch um das Podest kämpfen würde und ich, selbst wenn ich auf dem Rad dran bleiben kann, mit meinem Trainingspensum in den Beinen im Finish keinen Stich haben würde. Also warum alles geben, wenn man dann doch das Nachsehen hat. Zum anderen habe ich am Montag einen weiteren 35 km Lauf. Es galt also, die Vernunft walten zu lassen. Habe so 8 Sek. mehr für den Wechsel gebraucht, bin noch in einen Stau geraten und so hat Georges einen früheren Schnellzug erwischt. Ich bin jedoch auch ganz gut gefahren und als Fünfter 15 Sek. nach Roger Strebel, einem ehemaligen Teamkollegen, der auf dem Dritten Platz lag, auf die Laufstrecke gegangen. Georges hatte mit einer klassen Radleistung schon 50 Sek. Vorsprung herausgefahren. So habe ich meinen Lauf auf Roger ausgerichtet. Da ich diesen Wettkampf locker genommen habe, habe ich auch kein Pulsband angelegt. Beim Ausziehen des Neoprens habe ich wohl auch die Uhr gestoppt. Naja, dann lassen wir die Uhr und laufen einfach mal drauf los, habe ich mir gedacht. Ende der ersten 2.5 km Runde habe ich tatsächlich Roger überholen können und war mir schon bald sicher, den Vorsprung noch ausbauen zu können. Wenn schon kein Platz ganz vorne, habe ich wenigsten einen tollen Lauf gezeigt. Und in der Tat, er war schnell: beide Runden als Schnellster absolviert. Cool. Und das, obwohl ich kein Sprintraining mehr gemacht haben, dafür am Freitag 30 km im Schellzugtempo gelaufen bin, einen miesen Halbmarathon in Rapperswil hatte und seit dem Zürich Marathon läuferisch nicht mehr auf Touren gekommen bin. Tja, und dann die Überraschung: ich bin als Dritter eingelaufen. Was will man mehr? Das Optimum mit dem Minimum an Einsatz herausgeholt. Leider musste ich nach dem Wettkampf sofort wieder nach Hause fahren und konnte nicht bis zur Siegerehrung bleiben. Somit kein Bild, naja, vielleicht eins von Georges mit dem leeren 3. Platz, mal schauen.

P.S. Dies war mein schnellster Sprinttriathlon. 2 Min. schneller als letztes Jahr.