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Zytturm Triathlon Zug (14. Juni 09) PDF Drucken E-Mail

Erster Triathlon der Saison. Ich wusste nicht, wo ich stand. Normalerweise habe ich zu dieser Zeit schon einen Triathlon absolviert. Doch dieses Jahr ist vieles anders. Da der Zürich Marathon eine Woche später stattfand, war meine Triathlon Vorbereitung noch kürzer als sonst. Von einem echten Triathlonaufbau kann man nicht sprechen. Hinzu kommt, dass ich mich zwei Wochen lang noch für ein MTB Rennen vorbereitet habe. Das Laufen habe ich kaum trainiert, was ich jedoch auch letztes Jahr nicht gemacht habe. Das Schwimmtraining war lange völlig unbefriedigend. Erst letzte Woche ein erster Lichtblick. Seit Anfang Mai habe ich ein ziemlich brutales Hauruckprogramm gemacht, um beim Triathlon vorne dabei zu sein. Dass es etwas zu viel war, habe ich beim HM in Rapperswil gemerkt. Deshalb habe ich die vergangene Woche praktisch nichts gemacht. Soviel zur Ausgangslage.

Der erste Schritt im Wettkampf war ein Fehltritt. Beim heftigen Abstoss im Sand habe ich eine falsche Bewegung gemacht und einen schmerzhaften Krampf in der linken Wade ausgelöst. Ein ziemliches Horrorszenario: mit einem praktisch gelähmten Bein und grossen Schmerzen auf einen See hinauszuschwimmen. Nur mit den Armen kam ich kaum vom Fleck. Ich musste jede weitere Bewegung vermeiden, damit sich der Kampf löste. Was das in der Startphase heisst, wenn man ganz vorne startet, kann man sich nur zu gut vorstellen. Ich hing lahm mit den Beinen tief im Wasser und wurde ziemlich brutal überschwommen. Zwei Schläge ins Gesicht und ein dritter auf den Kopf. Die volle Packung. Da ich beim Schwimmen hart im Nehmen bin, hat mich das aber nicht wirklich irritiert. Langsam hat sich dann der Krampf gelöst, aber meine Wade blieb verhärtet. Das Schwimmen habe ich dann ordentlich absolviert.

Beim Ausstieg bin ich wie auf Eiern gegangen, um nicht nochmals einen Krampf zu provozieren. Ebenso habe ich den Neo sehr langsam ausgezogen, weil ich hier bei einer falschen Fusshaltung in der Gefahr stehe, einen Krampf auslöse. Ein zweiter wäre wohl das Ende gewesen. Bin dann flott aufs Velo gekommen und habe die 40 km ziemlich einsam abgefahren. Mehr als zwei bis vier Athleten waren nicht um mich herum. Ich fühlte mich gut. Habe immer wieder die Initiative ergriffen. Trotzdem bin ich 90 Sek. langsamer gewesen als letztes Jahr. Dazu später mehr. Während der ganzen Fahrt habe ich alle 10 Min. meine linke Wade massiert, die immer noch hart wie ein Brett war.

Zu meinem Erstaunen bin ich gut in den Lauf gestartet. Die Wade hat geschmerzt und war hart, aber hat mich nicht entscheidend gestört. Ich fühlte mich gut, hatte Zug drauf, nie eine Schwäche, immer auf der Überholspur. Am Schluss habe ich noch zwei sehr schnelle Kilometer hingelegt und bin mit einem guten Gefühl eingelaufen.

Dann die Zeit: Ich wusste nicht, was ich gelaufen bin, da ich beim Ausstieg irgendwie die Uhr gestoppt hatte. Erst bei Laufkilometer 1 habe ich das erste Mal auf die Uhr geschaut und gemerkt, dass dort immer noch die Schwimmzeit angezeigt wurde (meine Radleistung habe ich über den Wattmeter kontrolliert und wusste, dass ich wattmässig im Rahmen lag). Nun, ich bin dieses Jahr das erste Mal langsamer gewesen als in einem Jahr zuvor. Habe ich meinen Leistungszenit überschritten? Das verlangt eine Analyse.

Die Schwimmleistung ist im Rahmen des letzten Jahres, wenn man mit den direkten Konkurrenten vergleicht. Doch die Radzeit fällt ab, obwohl ich 5 Watt mehr getreten bin. Ich habe die Ergomodaten meiner 10 km Splits untersucht und Interessantes entdeckt. Die letzten 10 km habe ich im Vergleich zum 2008 über eine Minute verloren, obwohl ich 8 Watt mehr geleistet und an der Spitze das Tempo gemacht habe. Sehr verwirrend. Doch die Lösung ist der fehlende Windschatten. Letztes Jahr bin ich gegen Km 30 von einem riesigen Feld eingeholt worden und dort regelkonform mitgefahren. Resultat: über eine Minute schneller auf 10 km mit 8 Watt weniger Leistung. Soviel zum Windschatten 7 m hinter dem Feld. Damit ist auch meine Zeit dieses Jahr erklärt. Dass ich aber zu wenige Wettkampfkilomter auf dem Rad habe, ist auch klar, sonst hätte ich näher am Limit fahren können.

 Roc du Littoral

Dass ich im Laufen ein Defizit habe, hat der HM von letzter Woche gezeigt. Dass ich 1'45'' langsamer gewesen bin als letztes Jahr, ist schon happig. Interessant ist jedoch, dass mit einer Ausnahme alle meiner Konkurrenten 30 Sek. langsamer als 2008 gewesen sind. Das relativiert etwas, zeigt aber, dass ich trotz Marathonbestzeit auf den 10 km zu wenig Tempohärte habe und wohl leistungsmässig auch etwas unter dem harten Training gelitten habe. Aber unter dem Strich kann ich rückblickend auf meine Vorgeschichte sehr zufrieden sein.

Dass der Tag noch weitere Überraschungen bereit hatte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Auf der Heimfahrt dann die Nachricht, dass ich zum Bundesplatz in Bern kommen müsse. Meine Tochter Salome ist beim 10 km Frauenlauf in ihrer Kategorie Dritte geworden. Und so gab es einen tollen Abschluss eines ereignisreichen Sporttages.