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Laktatmessung bei 30 Km Longjog PDF Drucken E-Mail
Zurzeit bereite ich mich auf den Zürich Marathon vor. Auf dem Programm stehen zurzeit auch wöchentliche 30 km Fettstoffwechselläufe, die ich nüchtern laufe, um die Fettstoffverbrennung möglichst effizient zu trainieren. Gefühls- und zeitmässig bin ich dieses Jahr für diese Trainingseinheit mit einem Schnitt von 4:49 pro Kilometer ziemlich zügig, aber trotzdem locker unterwegs.Der Puls sollte sich nach Lehrbuch zwischen 65-70% der max. HF bewegen. Die aktuellen Werte waren jedoch um die 75% (135 Schläge/Min.). Habe ich überzockt?

Eine Laktatmessung sollte mehr Aufschluss darüber geben. Fettstoffwechselläufe sollten so gelaufen werden, dass die Laktatkonzentration nicht mehr als 1,5 mmol/l ist. Am 21. Dezember 07 war ich deshalb mit dem Lactate Scout unterwegs. Untenstehend sind Laktatwerte nach 15 km und 30 km jeweils über der Pulslinie notiert. Die Laktatwerte wurden jeweils nach einer Strecke von 1 km, die genau bei Puls 135 gelaufen wurden, genommen (Temperatur: 5°).

 

 


 

Kommentar:
  • nach 1h55 steigt der Puls an, ein Hinweis, dass die muskulären Glykogenvorräte aufgebraucht sind, und der Körper jetzt stark die Fettverbrennung beansprucht.
  • die Laktatwerte sind klar unterhalb der 1,5 mmol-Grenze.

Schlussfolgerung:

  • Die niedrigen Laktatwerte und das späte Ansteigen der Pulswerte deuten auf eine gute Fettstoffverbrennung hin.
  • Bei 2 mmol-Werten hätte ich ohne Diskussion mein Tempo reduzieren müssen, jetzt ist die Situation jedoch etwas komplexer.
  • Stimmt mein individuelles Pulsverhalten mit der Lehrbuchmeinung überein, dann müsste man annehmen, dass mein Fettstoffwechsel so gut trainiert ist, dass selbst bei erhöhtem Puls kein Anstieg des Laktats festzustellen ist. Dafür spricht, dass ich während zwei Monaten umfangreich im niedrigen Bereich trainiert habe und dass die Km-Zeiten der 30 km Läufe im Wochenabstand wie folgt gesunken sind: 5:15>5:05>4:55>4:49.
  • Dem ist aber entgegen zuhalten, dass bei den ersten beiden 30 km Läufen der Puls bei 125 bzw. 126 Schlägen lag, bei den beiden letzten aber bei 134 bzw. 135 Schläge, also ein Pulssprung von 10 Schlägen von einer Kilometerzeit von 5:05 auf 4:55 festzustellen ist. Bei einer Km-Zeit von unter 5:00 bewege ich mich wohl auf höherem Niveau, trotz niedrigen Laktatwerten.
  • Da ich mich immer noch in der Aufbauphase zum effektiven Marathontraining hin bin, scheint es vernünftig zu sein, das etwas höhere Niveau zu meiden, auch wenn die Laktatwerte niedrig sind. Angebracht ist wohl besser ein Training im 5:00er-Bereich, um den Puls noch weiter zu senken, anstatt in dieser frühen Phase im etwas höheren Niveau zu trainieren. Im letzten Monat vor dem effektiven Marathontraining könnte es jedoch sehr wohl angebracht sein, im 4:50er-Bereich zu laufen, um den Körper nicht zu unterfordern.
  • Apropos Lehrbuchdaten: 70% wären in meinem Fall etwa bei Puls 122. Definitiv ein zu tiefer Wert für mich. Auf der anderen Seite sagt ein Laktatwert auch nicht alles aus. Er muss ins Gesamtbild gesetzt werden. Dazu würde natürlich auch noch ein Laktatstufentest gehören. Wenn der hier auch fehlt, lassen sich aus zwei schnellen Messungen im Training doch wertvolle Erkenntnisse daraus ableiten. Und das schätze ich am Lactate Scout: schnell und unkompliziert Daten erheben, um damit das Gesamtbild des Leistungsstandes zu erweitern und differenziert weiter planen zu können.
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Letzte Aktualisierung: Freitag, 05. Dezember 2008