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Van Den Bosch, Radtraining für Triathleten PDF Drucken E-Mail

Radtraining für TriathletenDas Buch „Radtraining für Triathleten“ des belgischen Trainers vieler Spitzenradfahrer und -triathleten, Paul Van den Bosch, behandelt folgende Hauptthemen: Unterschiedliche Trainingsarten, Bestimmung der Trainingsintensität, Krafttraining, Zeitfahrtraining, Klettertraining, Trainingsplanung, Ernährung und Übertraining.

Eine Einführung behandelt kurz die unterschiedlichen Trainingsarten wie Regenerationstraining, aerobes Training, Fahrtspiel, Schwellentraining und Intervalltraining. Mehr Zeit wird zur Bestimmung der Trainingsintensität verwendet. Ungewohnt sind die Trainingsbereichbezeichnungen AAT 1, AAT 2 und AAT 3, die den Bereich von GA1-GA2 umfassen (66-82% der Maximalherzfrequenz). Behandelt werden das subjektive Gefühl, die Herzfrequenz, die Blutlaktatkonzentration. Das Schwergewicht liegt auf der Herzfrequenz, wobei die Karvonen-Formel ausführlich erklärt wird, die differenzierter die Trainingsbereiche berechnet als Ableitungen von der maximalen Herzfrequenz. Die Problematik der Bestimmung der Trainingsintensität über die Herzfrequenz kommt zum Ausdruck, wenn der Autor zehn Möglichkeiten zur Beeinflussung der Herzfrequenz erwähnt. Als Fazit wird festgehalten, dass Herzfrequenzmessungen im Training am effizientesten bei relativ geringen Herzfrequenzen sind. In der Tat, lässt sich ein Intervalltraining oder Training über der Schwelle nicht mehr sinnvoll über die Herzfrequenz steuern. Wattgesteuertes Training wäre die Lösung, nicht nur für intensives, sondern für alle Trainingsbereiche. Leider wird diese Möglichkeit nicht behandelt. Blutlaktatmessungen zur Trainingsintensitätsbestimmung werden nur kurz und allgemein behandelt.

Grundlegende Prinzipien des Krafttrainings werden für das Studiotraining sowie für das Training auf dem Rad behandelt. Konkrete Übungen beschränken sich auf Geräte im Fitnessstudio. Für das Krafttraining auf dem Rad wird vor allem das Training auf der Rolle behandelt. Programme für Explosiv-, Maximalkraft und Kraftausdauer auf dem Rad fehlen, obwohl die Begriffe erklärt werden (mehr dazu hier)

Ausführlich wird das Thema Zeitfahrtraining erläutert. Als grosses Plus muss hervorgehoben werden, dass der Autor die relevanten Abschnitte jeweils für die Olympische und die Ironman Distanz separat behandelt. Ausführlich wird der Leser auf die verschiedenen physikalischen Widerstände hingewiesen, die bei einem Zeitfahren zu überwinden sind. Wichtigste Punkte sind der Luftwiderstand, die Schwerkraft und die richtige Übersetzung. Sechs Hinweise zur Verminderung des Luftwiderstands werden gegeben, die wichtigsten sind: Sitzposition, aerodynamischer Helm, und Laufrad. Was die Schwerkraft betrifft, spielt das Gewicht des Fahrrads eine relativ geringe Rolle. Der grösste Teil des Rollwiderstands wird durch das Gewicht des Radfahrers hervorgerufen. Es ist also bedeutend billiger, 2 kg abzunehmen, als ein 2 kg leichteres Rad zu kaufen … Der richtigen Übersetzung wird mit Übungen zum Geschmeidigkeitstraining Rechnung getragen. Eine Rarität in Trainingsbüchern zum Radtraining ist der Abschnitt zum Training hinter dem Motorrad, das mit konkreten Trainingsbeispielen illustriert wird.

Bergtraining wird mit Beispielen für die Olympische und Ironman Distanz behandelt. Die Bedeutung des Körpergewichts für die Fahrt am Berg wird quantifiziert. So legt man eine 10 km lange Steigung mit 8% Steigung mit 3 kg weniger Körpergwicht bei gleicher Leistung über eine Minute schneller, bei 5 kg weniger Körpergewicht mehr als zwei Minuten schneller zurück.

Abnehmender BlockzyklusDie Prinzipien der Trainingsplanung werden ausführlich behandelt, so dass eine grobe Jahresplanung selber gemacht werden kann. Ein detaillierter Plan wird jedoch nicht abgedruckt. Die unterschiedlichen Arten von Mesozyklen (4-8 Wochen) werden sehr übersichtlich dargestellt. Hervorzuheben ist der abnehmende Blocksystemzyklus (siehe nebenstehende Abbildung). Beim Wochenzyklus wird nur der klassische, wellenförmige Zyklus behandelt. Interessant wäre auch der 5+2 Zyklus, d.h. 5 Trainingstage + 2 Ruhetage. Hier wird das ganze Training in 5 Tagen absolviert, zwei intensive gefolgt von drei umfangreichen Tagen. U.a. wird dadurch der Gegensatz zwischen Spannung und Entspannung verstärkt, was den Leistungsreiz erhöht im Gegensatz zum gleich bleibenden wellenförmigen Zyklus.

Das Thema Ernährung wird, ohne ins Detail zu gehen, gut behandelt. Zudem wird die Ernährung im Wettkampf sowohl über die Olympische wie auch Ironman Distanz angesprochen. Das vollständige Meiden von Fetten wird nicht empfohlen, weil dadurch die Produktion vor allem von Testosteron eingeschränkt wird. Ebenso wird der extra Zufuhr von Eiweissen und der generellen Nahrungsergänzungsaufnahme eine Absage erteilt. Wer sich vollwertig ernährt, nimmt die notwendigen Mineralien und Vitamine sowie Spurenelemente natürlich auf. Hinweise zur Gewichtskontrolle sind ebenfalls enthalten.

Ausführlich wird das Übertraining angesprochen. Äusserst praktisch ist ein kleiner Fragebogen, der täglich ausgefüllt und dessen Gesamtpunktzahl in ein Diagramm übertragen werden kann. Damit lässt sich mit einem Aufwand von 2-3 Min. pro Tag grafisch darstellen, ob man in Gefahr läuft, ins Übertraining zu kommen. Ein lohnender Aufwand für eine sehr intensive Phase des Trainings.

Fazit: „Radtraining für Triathleten“ ist eine lohnende Anschaffung. Es wird konkret auf die Bedürfnisse von Triathleten eingegangen; dass Olympische und Ironman Distanz bei relevanten Themen individuell behandelt werden, stellt dies unter Beweis. Das Buch liest sich einfach und ist nicht von zu grossem Umfang. Detaillierte Trainingsprogramme können deshalb nicht erwartet werden. Dafür werden hier grundlegende Themen behandelt, die anderswo zu kurz kommen.

Produktinformationen
  • Titel: Radtraining für Triathleten
  • Autor: Paul Van den Bosch
  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Meyer & Meyer, 2007
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-89899-238-1
  • ISBN-13: 978-3-89899-238-1
  • Größe: 21 x 14,8 x 1,2 cm
  • Preis: EUR 16,95
  
Letzte Aktualisierung: Montag, 24. November 2008