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Sempachersee Triathlon (29. Juni 08) PDF Drucken E-Mail

Ohne grosse Erwartungen bin ich zum Sprintwettkampf nach Nottwil gefahren. Vom letzten Sonntag bis zum Freitag habe ich 17 intensive Trainingsstunden absolviert und mich nicht geschont. Am Donnerstag war noch einen 30 km Lauf auf dem Programm gewesen. Es sollte ein Wettkampf aus dem Training heraus werden, danach habe noch lockere 50 Radkilometer absolviert ... das Langdistanztraining wirft seinen Schatten voraus. Beim Schwimmen bin ich der grossen Keilerei bei der ersten Boje gut aus dem Weg gegangen, weil ich ganz am Rand des Feldes gestartet bin. 20 Meter vor mir ist Georges aus dem Wasser gestiegen. Nach dem Wechsel bin ich zeitgleich mit Georges auf die Radstrecke. Leider bin ich während der Fahrt schlecht in die Radschuhe gekommen, konnte deshalb für eine kurze Zeit zu wenig Druck auf die Pedale ausüben und schon war Georges 200 m weg. Danach habe ich alles gegeben, um an ihn heranzukommen. Er befand sich unterdessen in einer kleineren Gruppe, zu der er mit einem anderen Athleten aufgefahren war. Fast wäre meine Aufholjagd erfolgreich gewesen, doch eine unglückliche Stop-and-Go Strafe machten meine Bemühungen zunichte. Ich war ohne Ambitionen an den Start gegangen, sollte ich jetzt meinen nicht ausgeruhten Körper weiter sinnlos fordern? Viel Zeit zum Überlegen hatte ich nicht. Ich entschloss mich, die Situation als Chance zum Training meiner mentalen Fähigkeiten zu nutzen: Lernen, alles zu geben, auch wenn die Situation aussichtslos scheint. Und so habe ich mich weiter angetrieben und eingeholt, was es einzuholen gab und keine Rücksicht auf den nachfolgenden 5 km Lauf genommen. Wie in Zug bin ich auch hier trotz voller Verausgabung auf dem Rad locker und schnell gelaufen. Als dritter bin ich auf die Laufstrecke gegangen (was ich natürlich nicht wusste). Zu meinem Erstaunen habe ich nach etwa einem Kilometer bei einer Wende nicht allzu weit vor mir Georges laufen sehen. Ich hätte nicht erwartet, ihn nochmals zu sehen. Und dazwischen Martin Wyss. In Zug war ich schneller als Martin gelaufen und so rechnete ich mir aus, dass eine beständig schnelle Pace reichen könnte, ihn noch zu überholen. Bei Km 4 war es dann soweit. Die letzten Meter konnte ich es dann locker nehmen. Und dann hörte ich auf der Zielgerade den Speaker meinen 2. Platz ankünden. Ich konnte es kaum glauben, unter solchen Voraussetzungen noch auf's Podest steigen zu können.

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